Castronuño: Natur am Duero und lokale Traditionen
Natur und Flusslandschaft
Die Riberas de Castronuño–Vega del Duero wurden gesetzlich als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zu den mit dem Schutz vereinbaren Zwecken gehören Bildungs-, Kultur- und Freizeitaktivitäten. Das Gebiet verbindet Lebensräume für Wasservögel, Auwald und den Embalse de San José. Im Parque de La Muela liegt ein natürlicher Aussichtspunkt mit Blick auf den großen Mäander des Duero innerhalb des Naturschutzgebiets. Der Park ist ein Erholungsbereich mit Schaukeln, Bänken, Tischen, Abfalleimern und einem Trinkwasserbrunnen.
Routen zwischen Auwald und Fluss
Die 3,4 Kilometer lange Rundroute Senda de los Almendros führt zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch Schilfbestände, Auwald, Kiefernhaine und trocken bewirtschaftete Felder. Auf dem Camino Natural del Duero erreicht Etappe 16 von Tordesillas nach Castronuño das Naturschutzgebiet und steigt von der CL-602 auf einem Weg bis nach Castronuño an. Etappe 17 nach Toro beginnt im oberen Bodegas-Viertel nahe der Iglesia románica de Santa María del Castillo und der Casa de la Reserva. Ihr Anfang führt von La Muela hinab über Stege und Treppenabschnitte zum Mirador del Teso über dem Fluss; im Bereich des kleinen Hafens liegt außerdem ein Observatorium zur unauffälligen Vogelbeobachtung.
Die Senda de los Pescadores verfügt über einen Vogelbeobachtungsposten und eine Plattform über dem Fluss, von der sich das gegenüberliegende Ufer überblicken lässt; dort liegt das Herzstück des Naturschutzgebiets. Die Route führt zudem zu einem Erholungsbereich mit Tischen und Bänken sowie zu 60 Angelplätzen am rechten Flussufer. Die 8 Kilometer lange Senda del Ferrocarril beginnt an der Plaza de la Constitución und führt linear oder als Rundweg dorthin zurück; sie ist leicht und wird ganzjährig empfohlen. Dabei verläuft sie durch Auwald an der Mündung des Arroyo del Caño, nahe dem Gebäude mit den Bewässerungsmotoren des Canal de Castronuño und der Schleuse zur Wasserentnahme aus dem Fluss.
Kultur und Ortsgeschichte
Die Iglesia Sta. María del Castillo entstand in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in einem fortgeschrittenen romanischen Stil unter gotischen Einflüssen und wurde 1962 zum Bien de Interés Cultural erklärt. Ihr Hauptaltar beherbergt einen Passionschristus aus dem 14. Jahrhundert rheinischer Herkunft. Nach örtlicher Einordnung gibt es in Spanien nur zwei weitere Schnitzwerke dieser Art. Eine weitere Besonderheit ist die mehr als 110 Meter lange unterirdische Galería de ataque aus dem 15. Jahrhundert, die in einer örtlichen Bodega erhalten ist und von der Calle Real aus zugänglich ist. Die dort beschriebene Besichtigung umfasst einen Aperitif und Wein, für Minderjährige auch alkoholfreie Getränke.
Feste und lokale Eigenheiten
Die Fiestas de San Miguel gelten als Hauptfest von Castronuño und werden seit unvordenklichen Zeiten gefeiert. Dazu gehört die traditionelle Bajada del Palillo: ein zweistündiger Tanzumzug entlang der Calle Real vom Rathaus bis zur Plaza de la Constitución. Seit 2007 wird Jahr für Jahr im Parque de La Muela ein Mercado Medieval mit etwa einem halben Hundert Handwerksständen, Workshops, regionalen Tänzen, Umzügen, Theateraufführungen und Konzerten veranstaltet. Zum Karneval gehören am Domingo Gordo das öffentliche Rezitieren der Versos de los Quintos mit humorvoll-kritischen Versen sowie ein Bänderwettrennen. Der Mollete ist Castronuños typisches süßes, anishaltiges Hefegebäck, das mit der Semana Santa verbunden ist und das ganze Jahr über gegessen wird.
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