Villamayor: Stein, Kultur und Wege am Tormes

File:Villamayor de Campos, casa.jpg File:Villamayor de Campos, casa.jpg Foto: Rodelar via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Villamayor ist eng mit dem goldfarbenen Stein verbunden, der auch das historische Salamanca prägt. Die alten Steinbrüche von Las Cocinitas gelten als Ursprung des Materials, aus dem bedeutende Gebäude der Stadt errichtet wurden, darunter die Kathedralen, die Plaza Mayor und die Fassade der Universität von Salamanca. Die Piedra de Villamayor wird traditionell als Baumaterial verwendet, unter anderem in den Wohnhäusern von Villamayor sowie in historisch-künstlerischen Gebäuden und Denkmälern der Stadt Salamanca.

Stein und Baugeschichte

Die Piedra de Villamayor ist ein tonhaltiges Sedimentgestein. Sie lässt sich leicht schneiden und bearbeiten und eignet sich dadurch für Ornamentik und Bildhauerei.

Ein wichtiges Bauwerk des Ortes ist die Iglesia Parroquial de San Miguel. Sie ging aus der romanischen Ermita de San Ginés hervor. Ihr heutiges Erscheinungsbild wurde 1777 nach Umbauten im 16. und 18. Jahrhundert unter der Leitung von Jerónimo García de Quiñones vollendet. Eine Schieferinschrift in der Kirche erinnert außerdem an den Blitzeinschlag vom 1. August 1774, der unter dem Namen „el centellazo“ bekannt ist.

Feste rund um den Naturstein

Die Feria de la Piedra findet seit 2000 im Mai statt, und zwar in der Woche vor den Patronatsfesten. Sie umfasst eine einwöchige Reihe von Aktivitäten zur Würdigung und Förderung des örtlichen Natursteins. Dazu gehören ein Bildhauerwettbewerb sowie Ausstellungen von Werken und Künstlern. Der Stein ist hier nicht nur Bestandteil der Baugeschichte, sondern auch Gegenstand eines eigenen Festprogramms.

Die Fiestas de Agosto werden Mitte August gefeiert. Zum Programm gehören unter anderem Bogenschießen, Fechten, Fußball und Brettspiele, außerdem ein Seifenkistenrennen, Straßentheater, Tänze, Freilufttanzveranstaltungen und ein gemeinschaftliches Essen. Die Fiesta de Nuestra Señora de los Remedios umfasst ein zwölftägiges Programm mit kulturellen, sportlichen, musikalischen und geselligen Aktivitäten.

Am Tormes unterwegs

Auch am Tormes verbinden sich Landschaft und Ortsgeschichte. Die Route Los Molinos führt am Fluss entlang und kann mit dem Fahrrad oder zu Fuß bewältigt werden. El Tormes piedra a piedra ist ein etwa 3,8 Kilometer langer Spaziergang am Flussufer zwischen dem Molino de la Moral und dem Molino del Canto. Der Weg verbindet die Vermittlung der Uferbotanik mit Landschaftseindrücken, die mit Malerei und Literatur verbunden sind.

Der Molino de El Canto wurde im 18. Jahrhundert als Mühle errichtet und bildet heute ein Feuchtgebiet mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Eine weitere historische Perspektive bietet das Hábitat Minero: Dort wird gezeigt, wie in den Steinbrüchen von Villamayor im 16., 17. und 18. Jahrhundert gearbeitet wurde.

Weitere Zielorte sind Sotoserrano, Lagunilla, San Pedro De Rozados, Aldeanueva De La Sierra, Encinas De Abajo, Forfoleda, Serradilla del Llano und Tamames.

Geografische Einordnung

Für Villamayor sind die Buslinien 23/34, 26 und 24 ausgewiesen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Salamanca.

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