Marcilla de Campos entdecken: Kirche, Geschichte und Lagune

Landschaft und Lage

Marcilla de Campos liegt auf sanften Erhebungen der Landschaft Tierra de Campos auf leicht geneigtem Gelände. Im Westen verläuft die Straße, im Osten liegen ein Bach und eine kleine natürliche Lagune. Ganz in der Nähe befindet sich der Canal de Castilla. Der nahe gelegene Abschnitt bei Requena de Campos gehört zum Nordzweig des Kanals. So treffen in der Ortslandschaft offene Ebenen, Wasserläufe und die historische Kanalanlage aufeinander.

Anreise

Über die Santander-Straße N-611 ist Marcilla de Campos gut angebunden. Die Straße zweigt am Kilometer 46 hinter Frómista ab, führt um den Ort herum und verbindet Marcilla de Campos außerdem mit der Autovía A-67. Der Straßenverlauf gehört damit ebenso zum konkreten Ortsbild wie die natürlichen Begrenzungen durch Bach und Lagune.

Kultur und Geschichte

Die eindrucksvolle Steinkirche Nuestra Señora de la Asunción stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde vor allem im 18. Jahrhundert verändert. Sie besitzt drei Schiffe, die von barocken Gewölben überspannt werden. In der Kirche stehen damit die Bauzeit des 16. Jahrhunderts und die spätere Veränderung im 18. Jahrhundert unmittelbar nebeneinander; die drei Schiffe und ihre Gewölbe prägen den Innenraum.

Auf dem Gebiet von Marcilla wurde bei Los Cantos eine archäologische Stätte entdeckt, die möglicherweise zu einer römischen Villa mit Dachziegeln, Hohlziegeln und Keramikresten gehört. Unter der Stätte scheint zuvor eine ältere Siedlung aus der Bronzezeit bestanden zu haben. Römische Villa und bronzezeitliche Siedlung bilden dabei zwei unterschiedliche historische Ebenen desselben Fundortes.

Im Centro de Interpretación de la Vida Rural sind Werkzeuge und Maschinen zu sehen, die frühere Generationen benutzt haben; die meisten davon sind heute nicht mehr in Gebrauch. Die kleine Kapelle San Isidro und Santa María de la Cabeza ist tatsächlich ein aus Stampflehm errichtetes Humilladero. An diesem Ort sprachen Pilger der historischen Wallfahrtsrouten nach Santiago de Compostela und Santo Toribio de Liébana ein Gebet. Bei Prozessionen wird die Kapelle besucht.

Natur und Ortsleben

Im Rahmen des umweltpädagogischen Tourismusprojekts gibt es neben geführten Besichtigungen für große Gruppen auch die Möglichkeit zu selbstständigen Besichtigungen mit QR-Codes und der 3D-Digitalisierung von Sehenswürdigkeiten. Bei diesen umweltpädagogischen Besichtigungen werden mehr als 30 interessante Orte des Dorfes aus einer umweltbezogenen Perspektive erläutert. Geführte und selbstständige Formen gehören dabei ebenso zum Projekt wie die digitale Darstellung und die große Zahl der einbezogenen Orte.

An der Lagune von Marcilla wurden eine Vogelbeobachtungsplattform aus recyceltem Holz und Informationstafeln eingerichtet. Sie informieren über Fauna und Flora sowie über traditionelle Ortslegenden, die auf der Lagune beruhen. Lagune, Plattform und Tafeln verbinden die natürliche Umgebung mit den überlieferten Geschichten des Ortes.

Weitere Ziele im Spanien-Netz sind Pomar De Valdivia, Frómista, Saldaña, Paredes De Nava, Santa Olaja de la Vega, Villodrigo, Santibañez De La Peña und Astudillo.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Palencia.

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