La Nava de Ricomalillo: Felskunst, Wege und Ortsgeschichte
La Nava de Ricomalillo zwischen Felskunst und Landschaft
La Nava de Ricomalillo eröffnet einen besonderen Zugang zur Landschaft der Jara: Im Gemeindegebiet liegen die Felsgravierungen von La Cerca, zwei Kilometer süd-südwestlich des Ortskerns. Das Ensemble der Felskunst umfasst anthropomorphe, zoomorphe und ideomorphe Motive. Gefertigt wurden die Darstellungen mit den Techniken des Punzieren und Einritzens. Für Sie ergibt sich damit ein klar umrissenes Kulturthema außerhalb des Ortskerns, das Formen, Motive und handwerkliche Gestaltung miteinander verbindet.
Auf dem GR 166 von der Plaza zum Río Frío
Eine weitere Perspektive eröffnet die sechste Etappe des GR 166 Camino de Guadalupe. Sie beginnt an einem Wegweiser auf der Plaza von La Nava de Ricomalillo und führt in Richtung eines restaurierten alten Waschhauses. Die Etappe ist ein 17,4 Kilometer langer, linearer Weg von La Nava de Ricomalillo nach Campillo de la Jara. Auf dieser Route gelangt man zum Río Frío, wo alte Mühlen zu sehen sind. So verbindet der Weg den Ausgangspunkt im Ort mit einem Verlauf, an dem der Fluss und die alten Mühlen konkrete Orientierungspunkte bilden.
Ortskern, Cerro del Castillo und weite Blicke
Im Ortskern steht die Kirche Nuestra Señora de la Asunción im Mittelpunkt. Sie ist der wichtigste religiöse und denkmalpflegerische Bezugspunkt des Ortes. Im Naturraum von La Nava de Ricomalillo verläuft außerdem die Ruta del Cerro del Castillo, ein Weg, der Panoramablicke über die Landschaft der Jara bietet. Kirche und Weg sprechen damit unterschiedliche Interessen an: Hier steht der zentrale sakrale Bau im Vordergrund, dort die Landschaft als weiter Blickraum.
Goldbergbau mit historischem Zeitbezug
Zur Ortsgeschichte gehört die ehemalige Goldmine. Die Goldader der ehemaligen Goldmine war im 18. Jahrhundert die reichste der Iberischen Halbinsel. An einem Aussichtspunkt an der ehemaligen Goldmine bieten sich Blicke auf die südliche Jara und die Sierra de Guadalupe. Historische Bergbauspuren und der Blick in die umgebende Landschaft stehen hier unmittelbar nebeneinander, ohne dass die frühere Bedeutung der Mine als gegenwärtige Funktion des Ortes verstanden werden muss.
Die Tradition der Subida al Mogorro
Die Tradition der Subida al Mogorro bestand viele Jahre und wird bis in die Gegenwart fortgeführt, wenn auch in deutlich abgeschwächter Form. Ein konkreter historischer Moment ist der Ostersonntag 1944, der 9. April: Nach der Auferstehungsmesse stiegen die Einwohner mit Fahnen und Heiligenbildern auf den Cerro del Mogorro. Dort legten sie Opfergaben nieder, um Schutz vor Gewittern zu erbitten. Der Cerro del Mogorro ist damit mit einer religiösen Praxis verbunden, die einen Festtag, die Einwohner des Ortes und den Wunsch nach Schutz vor Unwettern zusammenführte.
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