Quinto: Mumienmuseum, Mudéjar-Erbe und Geschichte am Ebro
Unterkünfte in Quinto
Quinto und seine markante Sakralgeschichte
Quinto ist ein Durchgangsort am Camino de Santiago del Ebro. Im Mittelpunkt der Ortsgeschichte steht die Iglesia de la Asunción de Nuestra Señora de Quinto de Ebro, die als Bien de Interés Cultural in der Kategorie Monument geschützt ist. In der ehemaligen Kirche, die vor Ort als „El Piquete“ bekannt ist, befindet sich das Museo de las Momias de Quinto.
Das Museum zeigt eine Sammlung von fünfzehn auf natürliche Weise mumifizierten Körpern unterschiedlichen Alters aus dem 18. Jahrhundert und dem frühen 19. Jahrhundert. Zum Besuch gehören außerdem Grabbeigaben und weitere in den Gräbern gefundene Objekte sowie Keramikreste aus der Zeit vor und nach der Errichtung des Gebäudes. El Piquete selbst ist ein großes Gebäude in Mudéjar-Bauweise mit defensiv-militärischem Ursprung; seine Errichtung begann in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts.
Auch im Ortsbild verweisen mehrere Bauwerke auf ältere Epochen. Die Portale de San Miguel, San Roque und San Antón waren im Mittelalter die Zugänge zu Quinto, als der Ort vollständig von Mauern umgeben war. In der Calle de San Roque weist die Antigua Casa Parroquial de Quinto die für aragonesische Renaissancepaläste des 16. Jahrhunderts typische Struktur auf.
Erinnerungsorte rund um Quinto
Die Ermita de Matamala liegt 3,7 Kilometer von Quinto entfernt zwischen der Eisenbahnstrecke und der Straße von Quinto nach Sástago am Ebro. Sie bewahrt ein zugemauertes Portal der frühen Gotik, das dem 13. Jahrhundert zugeschrieben wird. Die Ermita de Bonastre steht auf einem Vorsprung neben der N-232, etwa 7 Kilometer von Quinto in Richtung Saragossa (Zaragoza) entfernt. Bonastre war wie Matamala ein bereits im 13. Jahrhundert belegtes Dorf oder befestigtes Siedlungsgebiet; die heutige Ermita ist ein wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert stammendes Bauwerk des Barock.
Zu Quinto gehört eine alte Ostertradition: Am Ostermontag pilgern die Einwohner zur Feier der Virgen de Bonastre (Buen Astro), am folgenden Dienstag zur Feier der Virgen de Matamala. Einen anderen historischen Schwerpunkt bildet die Stellung von Purburel. Dort gibt es einen 250 Meter langen, in die Erde gegrabenen Schützengraben mit Schützenlöchern und Unterständen sowie einen Beobachtungspunkt, der möglicherweise auch als Maschinengewehrnest gedient haben könnte. Die Schützengräben sind für Besucher zugänglich und begehbar; ihr Umfeld ist mit Hinweisen und Informationstafeln ausgeschildert.
In der als Las Dehesas de Quinto bezeichneten Gegend liegt auf den Klippen über dem Ebro bei der Gelsa-Brücke eine Siedlung der Ersten Eisenzeit. Sie wird ungefähr auf die Zeit von 700 bis 500 v. Chr. datiert. Mit Retrospectiva widmet sich außerdem ein kulturelles Stadterneuerungsprojekt der Gemeinde Quinto historischen Werbegrafiken. Künstlerische Eingriffe im öffentlichen Raum sollen über einen Zeitraum von vier Jahren eine Art Freiluftmuseum für alte Werbung schaffen.
Wege und regionale Spezialität
Für die Orientierung zu Fuß ist der GR-99 mit rot-weißen Markierungen ausgeschildert. Der Weg ist in 42 Etappen eingeteilt, die jeweils zu Fuß an einem Tag zurückgelegt werden können. Eine kulinarische Verbindung zum Umland bildet das in Quinto hergestellte Aceite Vegabonastre. Es dient als Ausgangspunkt der gastronomischen Route durch den Bajo Ebro und trägt die D.O. Aceite del Bajo Aragón.
Weitere Orte für Ihre Reiseplanung finden Sie unter Bardallur, Castejón De Valdejasa, Bujaraloz, San Juan De Mozarrifar, Cadrete, Sos Del Rey Católico, Sobradiel und Casas de Esper.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Saragossa.