Nerva: Bergbaugeschichte, Kunst und rote Landschaft

File:Nerva 01 by-dpc.jpg File:Nerva 01 by-dpc.jpg Foto: David Perez via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Nerva zwischen Kulturerbe und Landschaft

Nerva ist Teil der als Kulturgut von besonderem Interesse in der Kategorie „Historische Stätte“ geschützten Zona Minera de Riotinto-Nerva. Im Gemeindegebiet ragt der Pico de Padre Caro mit 695 Metern als höchster Punkt auf. So treffen in Nerva geschichtliche Spuren und eine markante Landschaft auf engem thematischem Raum zusammen.

Río Tinto und die Geologie der Bergbauregion

Der Río Tinto entspringt in der Sierra del Padre Caro. Sein rotes Wasser weist einen pH-Wert zwischen 1,7 und 2,7 auf und enthält große Mengen an Schwermetallen. Gerade diese besonderen Umweltbedingungen machten den Fluss für die NASA als Untersuchungslebensraum interessant, weil eine mögliche Ähnlichkeit mit den Bedingungen des Mars von Bedeutung ist.

Bei der Mina Peña de Hierro liegt im geschützten Landschaftsgebiet Río Tinto das Naturdenkmal Montera de Gossan. Es dient der Vermittlung der örtlichen Bergbaugeschichte sowie der Geologie und Mineralien der Bergbauregion. Peña de Hierro verfügt außerdem über einen Aussichtspunkt an einem Tagebau, von dem aus die vielfarbige, mineralreiche Untergrundlandschaft sichtbar ist. In einer historischen, mehr als 200 Meter langen Galerie wurde der untertägige Bergbau erlebbar gemacht.

Wanderwege mit rotem Landschaftsbild

Für eine aktive Annäherung an die Umgebung steht der Rundwanderweg Aguas Rojizas PR-A 493 zur Verfügung. Die Strecke ist 9 Kilometer lang und dauert etwa 2 Stunden und 21 Minuten. Nerva liegt außerdem an der vierten Etappe des Camino Rociero-Jacobeo. Diese Route kann zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Museen, Promenade und Kunst

Das Museo Vázquez Díaz verfügt über mehr als 1.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für zeitgenössische Kunst. Gezeigt werden Werke aus verschiedenen Schaffensphasen von Daniel Vázquez Díaz, darunter die Sammlung „Poemas del Descubrimiento“. Wechselnde Ausstellungen widmen sich der Malerei und Fotografie.

Eine Verbindung zwischen Ortsbild und Kunst bildet El paseo de Nerva. Die Fußgängerpromenade zwischen dem historischen Rathaus und dem modernen Museo Vázquez Díaz ist von einer farbenfrohen Reihe bemalter Bäume geprägt. Im Teatro Javier Perianes Granero sind mehr als einhundert Gemälde aus im Freien ausgetragenen Wettbewerben sowie die Klaviere des örtlichen Komponisten Manuel Rojas ausgestellt.

Archäologie, Kirche und sommerliche Feiern

Südwestlich von Nerva gehört das Dolmen de la Lancha zur Tholos-Kultur. In der Iglesia de San Bartolomé befindet sich ein 15 Quadratmeter großes Ölaltarbild, das José María Laborado 1964 vollendete und das Martyrium des heiligen Bartholomäus darstellt.

Zu den sommerlichen Feiern in Nerva gehören die Feste La Villa und San Bartolomé, weitere Stadtteilfeste sowie die Wallfahrt von San Antonio. La Villa wird am 7. August gefeiert, San Bartolomé am 24. August.

Orientierung für die Anreise

Damas S.A. betreibt zwei Buslinien, die Nerva auf der Straße mit Huelva und Sevilla verbinden. Für Wohnmobile gibt es in Nerva hinter dem Pabellón Municipal de Deportes Urbano Ortiz kostenlose Stellplätze.

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