Campofrío zwischen Sierra und Andévalo
Landschaft zwischen Sierra und Andévalo
Campofrío liegt am Übergang zwischen der Sierra mit Höhen von über 700 Metern und dem von sanften, gerundeten Geländeformen geprägten Andévalo. Dehesas mit Steineichen und verstreute Bestände von Korkeichen bedecken die Hügel rund um Campofrío. Ein Wegenetz ermöglicht den Zugang zur natürlichen Umgebung.
Wege und frühe Spuren
Zum Wegenetz der Provinz Huelva gehört die Route Campofrío–Mina Concepción mit dem Namen El camino del Odiel. Die Cruz de los Dolores am Puerto de la Picota steht auf einem früheren römischen Wegmarkierungsstein; vom Aussichtspunkt an der Cruz de los Dolores bietet sich ein Blick auf den Kontrast zwischen Bergbaulandschaft und Sierra. Die Puente Viejo del Odiel ist eine etwa vier Kilometer nördlich von Campofrío gelegene römische Steinbrücke.
Archäologische Überreste stehen mit einer mehr als 5.000-jährigen Geschichte des Gebiets in Campofrío in Verbindung; besonders zahlreich sind römische Überreste. Am Cerro de los Cobullos weisen archäologische Funde auf ein iberisches Castro hin, dessen Alter möglicherweise bis in die späte Bronzezeit zurückreicht. Am Risco del Tesoro befindet sich eine Nekropole mit Münzen aus der Regierungszeit von Trajan und Hadrian.
Bauwerke und Handwerk
Die Fuente-lavaderos de Las Cañadas aus dem Jahr 1878 umfasst zwei Waschhäuser neben der historischen Stierkampfarena. Historisch dienten die Waschhäuser über Jahrzehnte als Ort der Arbeit und des geselligen Austauschs für die Frauen des Ortes. Die Plaza de Toros de Campofrío wurde 1717 errichtet und gehört zu den ältesten erhaltenen Stierkampfarenen. Sie ist ein bedeutendes Beispiel volkstümlicher Architektur und liegt neben dem Ortskern im Gebiet El Chorrero. Als Monumento und Bien de Interés Cultural gehört die Plaza de Toros de Campofrío zum Allgemeinen Verzeichnis des andalusischen Kulturerbes. Illustrierte Tafeln neben der Plaza de Toros informieren Besucher über die Geschichte des Coso de Santiago.
Die Iglesia de San Miguel Arcángel ist größtenteils neoklassizistisch und bewahrt eine spätgotische Sakristei aus dem späten 15. Jahrhundert, die zu einem früheren mittelalterlichen Tempel gehörte. Sie besitzt einen zweigeschossigen Hauptaltaraufsatz mit einem dorischen Gebälk und beherbergt eine Darstellung des namensgebenden Erzengels, deren Schnitzarbeit aus der Schule von Montañés stammt.
In Campofrío arbeiten Manuel Bermejo und Dolores Pérez in ihrer Werkstatt mit Ton. Zu den lokalen Handwerkstraditionen gehören die Bearbeitung von Kork und Holz sowie anthropomorphe Schnitzereien an Schöpflöffeln und anderen Haushaltsgegenständen.
Feste, Geschmack und Orientierung
Der Camino de Santiago del Sur ist in den städtischen und ländlichen Bereichen von Campofrío ausgeschildert. Die Romería zu Ehren der Santísima Trinidad folgt am Sonntag vor Fronleichnam einem Pilgerweg vom Weiler Ventas de Arriba nach Campofrío. Bei der Romería erhalten Besucher auf der Plaza de España in Campofrío den beliebten Pfirsichpunsch. Das Fest zu Ehren des Schutzpatrons Santiago Apóstol findet rund um den 25. Juli über fünf Tage statt und umfasst Veranstaltungen im Coso de Santiago. Zu den Zubereitungen aus iberischem Schweinefleisch gehört Adobao, ein stark gewürztes Gericht aus Innereien.
Die Straßenanbindung von Huelva nach Campofrío verläuft über die N-435 (Huelva–Badajoz), die die Sierra de Aracena quert und über Gibraleón, Beas, Valverde del Camino, Zalamea la Real und Riotinto führt.
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